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Wettkampf – Herzlauf in Hilden

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Ich möchte zuerst betonen, dass ich solche Veranstaltungen mag. Da stellen sich welche hin, wollen etwas machen, finden immer mehr, die das gut finden, und dann kommt so was raus. Sowas (Ich schreibe es extra zusammen, weil man dort zusammen was erreicht), ist eine Veranstaltung, die sich seit der ersten Auflage, wo ich seinerzeit dabei war, extrem gut entwickelt hat. Ein Lauf mit Rahmenprogramm, wo es eigentlich nur um eins geht: Geld zu sammeln für Menschen, denen es schlechter geht als uns Läufern, die dann mal eben rum jammern, wenn man die 30 Minuten bei einem 5 km Lauf nicht gepackt hat, oder über 10 km nicht so fit war wie gedacht. (Bin ich das?). Ich glaube hier geht jeder Euro an richtig gute Organisationen, die das Geld wirklich brauchen.

Vor mittlerweilen 4 Jahren war ich beim ersten Herzlauf dabei und wollte den 10er laufen, stieg aber nach 5 Kilometern aus, da ich die Nacht zuvor fast nicht geschlafen hatte. Das war immer noch der erste und bisher einzige Wettkampf, wo ich das Ziel nicht erreicht habe. Nachdem der Lauf 2 Jahre nicht in meinen Laufkalender passte, sprach mich meine Frau im Sommer an, dass ich mich da doch mal anmelden sollte, weil Max Weyers (die Managerin von ihm ist eine Freundin meiner Frau) dort auftreten sollte. Gesagt, getan. Ich meldete mich also im Sommer zum 10er an, was dann aber kam, war meine Leidenszeit mit einigen Muskelfaserrissen und so war ich vor 3 Wochen sehr froh überhaupt von Kölner Halbmarathon in einem sehr langsamen Tempo geschafft zu haben. Von schnellen Läufen über 10 Kilometer konnte noch keine Rede sein, deswegen entschloss ich mich zur Ummeldung auf den 5 Kilometer Lauf, was auch ohne Problem klappte.

Vor dem Lauf…

… mein Lauf war erst um 13:30 Uhr, aber da wir vorher uns noch die Veranstaltung anschauen wollten, fuhren wir so um 11:15 Uhr los. Wohl wissend, dass es am Veranstaltungsgelände vor 4 Jahren zum Chaos wegen zu wenig Parkplätze gekommen war. Als wir dort in den Parkplatz einbogen… fuhr gerade ein anderes Auto aus seinem Parkplatz raus und wir hatten den ersten Parkplatz dort erwischt. Super, so konnte der Tag ruhig weitergehen. Das wir direkt vorne den Parkplatz erwischten war auch gut so, denn Max hatte schon seinen Auftritt. Der ganze kleine Vorplatz war mit Buden und Ständen voll belegt und hinten war eine große Bühne aufgebaut. Nur eins war natürlich nicht gut: Es waren nur rund 5 Grad, nebelig und deswegen ganz schön schattig. Da ich meine Winterjacke anhatte, war ich zumindest oben rum ganz gut geschützt. Um 13 Uhr war es aber mit der kuschligen Jacke vorbei, denn ich wollte mich zumindest mal kurz einlaufen. Obwohl inzwischen vereinzelnd die Sonne rauskam, war es eigentlich nur… kalt, bitter kalt. Während des “warm laufen” rieb ich mir immer meine Finger warm, und so war es wenigstens etwas aus zu halten. Auf dem Rückweg kam mir Frank entgegen, den ich von Facebook kenne und der seinen ersten Halbmarathon lief. Zurück stellte ich mich in die Startaufstellung, die schon ziemlich voll war und diesmal stellte ich mich fast vorne hin, weil ich wusste, dass dort viele langsame Läufer standen. Gemeinsam zählten wir von zehn runter und dann ging es los.

kurz nach dem Start

kurz nach dem Start

Das Rennen…

… da ich ziemlich weit vorne stand ging es auch sehr schnell, das ich die Startlinie passierte, und doch hatte ich immer noch einige langsame Läufer vor mir, die ich dann auch schnell überholte. Die ersten paar 100 Meter ging es kontinuierlich nach oben, das war ganz schön blöd und kraftzehrend. Erstens bin ich kein Waldläufer und zweitens hasse ich Anstiege, egal wie steil oder weniger steil es nach oben geht. Als ich dann endlich nach 600 Metern den “Berg” erklommen hatte, sah ich Max kurz vor mir:  Toll, dass er mitläuft, dachte ich und genoss es nicht mehr nach oben rennen zu müssen. Es wurde sogar noch besser, weil es ein ganz kleines Stück nach unten ging. Der erste Kilometer war sehr anstrengend und doch mit 5:40 Minuten immer noch sehr gut. Hochgerechnet war dies eine 28:40, und das wäre wirklich klasse für mich. Das Feld vor mir war noch einigermaßen gut zusammen und immer wieder schaffte ich es, den einen oder anderen zu überholen. Das war richtig toll und zeigte mir, dass ich einen sehr guten Tag erwischt hatte. Einen, den ich einkassiert hatte, versuchte sogar an mir dran zu bleiben. 400 Meter hörte ich hinter mir lautes Atmen und als er dann auf meiner Höhe war, war es wohl um ihn geschehen: Er schaute mich kurz an und legte eine Gehpause ein. Nach dem ich den zweiten Kilometer in 5:14 passiert hatte, hatte ich so langsam Zweifel, ob ich mein Tempo halten könnte. Vor mir waren jetzt 5 Läufer, die die ganze Zeit zusammen liefen, aber wohl nicht zusammen gehörten, denn einer nach dem anderen fiel dort aus dieser Gruppe raus, die etwa 200 Meter vor mir lief. Kennt Ihr das? Da läuft jemand gar nicht so weit weg vor dir her und du bekommst Ihn einfach nicht? So erging es mir. Vorne waren nur noch zwei Läufer, die ich sehen konnte und ich ackerte und ackerte und ich musste wirklich alles geben, dass die mal ein wenig näher kamen. Bei  Kilometer 4 hatte ich die beiden dann endlich… doch leider kam bei 4,2 Kilometer ein langer Anstieg und da ich eh schon am Ende war: Einer nach dem anderen kam von hinten und überholte mich wieder. Als die ersten Beiden wieder an mir vorbei liefen, hechelte ich ein “Sauber, Jungs” raus, dass sie lachend erwiderten. Nach diesem Anstieg war ich dann fast im Ziel. Rechts sah ich meine Family, die noch Fotos machte und dann tauchte schon das Ziel auf. Den letzten Kilometer war ich trotz des Anstieges eine 5:14 gelaufen, dass erklärt natürlich, dass ich mit den beiden Kollegen nicht mehr mitkam… Die haben einfach noch ein Schippchen draufgelegt…und da konnte ich dann noch mehr mithalten.

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noch 100 Meter

Nach dem Rennen… 

… war ich völlig fertig. Ich stützte mich nach dem Ziel an irgendeine Absperrung und lies mich erst mal ein wenig verschnaufen. Von hinten hörte ich dann die Moderatorin irgendwas sagen wie: “Komm, 5 Kilometer sind doch nicht so lang” oder “Nach 5 Kilometern würde ich noch nicht mal schwitzen” Das meinte sie aber im Guten und war durch aus lustig. Ich holte mir was zu trinken und da sah ich auf einmal Dieter, meinen Arbeitskollegen, der die 10 km hinter mir laufen wollte. Zufrieden und glücklich watschelte ich zu meiner Family zurück und sah noch Max, der nach 37 Minuten ins Ziel kam. Wir blieben dann noch bis zum Schluss der Veranstaltung in Hilden, quatschten noch und schauten uns die Darbietungen auf der Bühne an.

Fazit:

Man kann es eigentlich gar nicht hoch genug Loben, was die Orga da geleistet hat. Im Gegensatz zu vor 4 Jahren hat sich sehr viel getan und es ist schon eine Klasse-Veranstaltung. Ich komme nächstes Jahr wieder, ganz sicher. Und mein Ergebnis war einfach nur der Hammer: Nix 28, nix 27… ich bin eine 26:17 gelaufen und bin Platz 38 von 380 Startern geworden… Hammer. Noch eins fällt mir ein. Ich erfand es als sehr angenehm, dass die gewöhnlichen Verdächtigen nicht mitgelaufen sind. Wer ist das? Die, die jedes Rennen gewinnen, Vereinsshirts anhaben und nicht mit jedem reden. So war jede einzelne Lauf ein großes miteinander von uns Läufern. Sehr schön. Ich will mehr davon.

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