Blog
Schreibe einen Kommentar

Jüchtlauf 2015 – Fluchen im Sekundentakt

So, nun ging es mal wieder zum Jüchtlauf. Ich hatte mich dieses Jahr ziemlich kurzfristig dazu angemeldet und überedete auch meine Sonntags-Laufgruppe – fast vollständig – daran teil zu nehmen. Lust hatte ich schon am Vorabend null, denn ich wusste ja was mich erwarten würde: Gefühlte 90% Sonne und unterwegs handverlesene 5 Zuschauer. Die Bewohner in Himmelgeist sind leider weniger an diesem Lauf interrssiert und bleiben lieber zu Hause anstatt uns anzufeuern. Das ist einfach nur schade, denn dieser Lauf ist einfach nur toll und bietet in den ersten sechs Kilometern eine eindrucksvolle landschaftliche Kulisse. Ich war an diesem Morgen schon früh da und sonnte mich ein wenig bis meine Freunde kamen. Ein Problem jedoch hatte ich noch? Wer sollte meine Kamera nehmen? Petra konnte diesmal nicht mitkommen und so war ich sehr froh, dass Romans Vater diese Aufgabe übernahm und auch pünktlich – etwa 8 Minuten vor Start 🙂 da war. Es konnte also losgehen.

juechtlauf2015_1

vor dem Start: Elias, Roman, Sabine, Marcus, Ich, Jörg und Dieter

Das Rennen:

kurz vor dem Ziel

kurz vor dem Ziel

Arrrghhhh…. Es war ja schon vorher irgendwie klar, dass es hart werden würde, aber so? Ok, ich habe eine wenig zu viel Gas gegeben, aber so schnell war es nun ja nicht, deswegen wunderte ich mich schon über mich, dass ich gerade am Anfang so Probleme hatte. Die ersten 600 Meter lief ich vor unserer Gruppe her, die mich aber dann aber auch einer nach dem anderen kassierte. Zuerst war es Elias, der jüngste Teilnehmer des ganzes Feldes und Sohn von Roman, der an mir vorbei lief, dann kamen recht schnell Sabine, die versuchte hinter Elias zu bleiben, Marcus, Roman und Jörg. Roman und Jörg machten noch ein paar liebgemeinte Scherze über mich und zogen dann von dannen. Wen ich aber immer im Auge hatte, war Sabine. Romans Freundin lief zwar in einigem Abstand vor mir her, aber sehen konnte ich sie eigentlich immer. Sie kam am Ende nur 2 Minuten vor mir ins Ziel.

Was mir diesmal wichtig schien, war die Verpflegung: Schon am ersten Stand bei Kilometer drei blieb ich kurz stehen und nahm einen tiefen Schluck aus dem Becher, den Rest schüttete ich mir über meinen Schädel und das selbe machte ich am zweiten Stand, der leider erst bei Kilometer 6,5 kam. Nach dem ersten Verpflegungstand ging es weiter über einen Feldweg und danach wieder zurück nach Himmelgeist, ein wenig am Rhein lang um dann wieder so langsam zurück um Startpunkt zu gelangen. Die fünf Kilometer waren schnell bei etwas über 26 Minuten passiert und nun musste ich noch mehr kämpfen. Mein innerer Schweinehund war so stark, dass ich immer wieder fluchte, warum ich mir so was antun würde. Erst bei Kilometer 8, als es in einen kleinen Wald hineinging und der Schatten dort Abkühlung brachte, ging es wieder ganz gut. Himmelgeist war wieder erreicht und und ich konnte meine 5:41 für den siebten und neunten Kilometer wieder auf eine 5:23 am Schluss steigern. Am Schluss, als ich Roman, Jörg und Dieter schon sah, die mich frenetisch anfeuerten, versuchte ich sogar noch mal kurz zu sprinten und kam bei 54:14 ins Ziel. Glücklich es geschafft zu haben, aber auch leicht torkelnd schüttete ich mir meinen ersten Wasserbesser über den Kopf.

Nach dem Rennen…

… brauchte ich erstmal 5 Minuten um wieder ansprechbar zu sein. Wir machten noch ein paar Fotos und dann stellte ich mich selber ans Ziel um noch ein paar Läufer, die nach mir ins Ziel kamen zu fotografieren. Erst am Montag beim Schreiben dieser Zeilen stellte ich fest, dass ich ja gar nicht so schlecht war: 54:14 bedeuetete nur 50 Sekunden mehr als meine Bestzeit. Das ist doch wohl mal nicht schlecht, Herr Block!

10 km – 54:12 – Schnitt 5:25
5 km – 26:16

Die anderen:

Elias: 44:58
Jörg: 45:22
Roman: 47:22
Marcus: 49:05
Dieter: 51:15
Sabine: 52:06
Martina: 57:21

Fazit:

Es ist sehr treffend formuliert, wenn der Veranstalter schreibt: „Profi-Läufer aus Kenia, Gedränge beim Massenstart, TV-Kameras an der Stecke – das alles suchen die Läufer vergebens, die sich seit 12 Jahren immer wieder gern in Himmelgeist an der Startlinie des „Jüchtlaufes“ einfinden.“ Was hier zählt ist einfach das familiäre, dass „unter uns sein“. Ich liebe das, und ich liebe diesen Jüchtlauf. Bis nächstes Jahr.

nach dem Rennen...

nach dem Rennen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.