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Jüchtlauf – ein kleiner schöner Lauf in Düsseldorf

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Dieter und ich am Start

Der Jüchtlauf, mein nächster Wettkampf, bin morgens aufgestanden und habe erst mal zum Fenster rausgeschaut. Fazit: Wetter ist und bleibt beschissen für Ende Mail. Ich sah ein verregnetes Düsseldorf und etwa 7 Grad. Nicht schlecht für den Mai 2013, oder? Zusätzlich hatte ich mich am Freitag Abend beim Kicken an dem rechten Bein verletzt und hatte so starke Schmerzen am Samstag, dass ich noch nicht einmal mein Bein strecken konnte. Am Sonntag morgen war es ein wenig besser, aber zur Sicherheit schmiss ich mir eine Schmerztablette vorher rein, weil ich unbedingt mitlaufen wollte, aber Hoffnung auf eine gute Zeit machte ich mir nicht. Bei diesem Lauf galt nur das olympische Motto für mich.

Vorher:

Um 10 Uhr machte ich mich auf den Weg in den Süden von Düsseldorf, dort bin ich nicht aufgewachsen, deswegen kenne ich mich hier nicht aus. Noch mehr: Ich wusste noch nicht einmal, wo es bei diesem Lauf hingeht, denn dort bin ich noch nie gelaufen. Um 10:15 Uhr als ich in Himmelgeist ankam, stürmte es ein wenig… :-), es regnete und es war saukalt und auch bei den wenigen, die bei der Startnummernabgabe in der Kneipe „Zille“ standen, stand die Begeisterung ins Gesicht geschrieben. Um etwa 10:30 Uhr sah ich dann Dieter, einen Arbeitskollegen, im Biergarten der Kneipe stehen. Zusammen gingen wir dann in Richtung Start, wo wir ein wenig hintrabten um uns aufzuwärmen. Sofort spürte ich trotz Tablette mein rechtes Bein, kein gutes Zeichen für ein Rennen… Kurz vor dem Start um 11 Uhr ging dann auch noch ein kleiner Schauer nieder. Ich zog meinen dicken Hoodie aus, klemmte das gute Stück an die Baustellenampel und ging zum Start. Ich hatte den Eindruck, dass dort nicht die 240 Läufer standen, die sich online angemeldet hatten, es waren wohl viele wegen des Wetters nicht gekommen. Aber der Stimmung machte das nichts aus, gemeinsam mit den anderen Verrückten machte man Scherze übers Wetter und über Fortuna. Gemeinsam wurde dann runtergezählt und los ging es.

Das Rennen:

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der Jüchtlauf

Da ich ziemlich weit hinten stand, brauchte ich gut 30 Sekunden, bis ich über der Startlinie war. Mein Bein tat nicht mehr so weh wie beim Warmmachen. Und leider bildete sich wieder der normale Stau, so musste ich mich erst mal hinten anstellen, doch das war zügig vorbei. Die Start-Straße in Himmelgeist führte direkt in einen kleinen Wald und später in die Jücht. Der Weg war aspahltiert aber leider waren auf beiden Seiten des Weges zum Teil große Pfützen. Da ich ganz rechts lief, musste ich öfters ausweichen oder die Seite wechseln um da nicht reinlaufen zu müssen. Der Weg in der Jücht war eng und leider musste ich mehrere Gruppen überholen, die meinten der Weg gehöre Ihnen. Bis ich mich an diesen – ich meine es waren zwei – Gruppen vorbei gedrängelt hatte, verging einige Zeit. Die ersten zwei Kilometer ging es nur gerade aus, und erst bei Kilometer 2,5 ging es links auf einen Schotterdamm, wo man nur rechts und links zwei kleine Streifen zum Laufen hatte, auch da galt es den Pfützen auszuweichen. Ich hatte mich nun in eine Fünfer-Gruppe eingereiht, die hinter einander lief und ein gutes Tempo für mich lief. Ich merkte zu diesem Zeitpunkt meine Bein-Schmerzen kaum noch und konnte ohne Probleme – das ist eine Lüge – dem Trio (einer hatte sich schon verabschiedet) folgen. Am Ende dieser Schotterpiste war die 4-Kilometer-Marke, es kam eine Kurve und man konnte zum ersten Mal den Rhein sehen. Doch leider hielt dieser Blick nicht lange und der Jüchtlauf bog nach links ab. Es war hier wieder asphaltiert und es ging mal rechts mal links mal rechts rum … Ich hatte keine Ahnung, wo ich hinlief, nur das ich wieder nach Himmelgeist hineinlief bekam ich mit. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich an zwei Läufer aus meiner anfänglichen Fünfergruppe angehangen. Einer mit gelben Laufshirt war stets hinter mir, und einer mit einer orangen Regenjacken vor mir. Den Regenjackenläufer überholte ich öfters und er mich, so zogen wir uns gegenseitig ein wenig mit, doch bei Kilometer 7 hatte ich ein wenig Probleme zu folgen und so zog er etwa 50 Meter weg. In der Mitte von Himmelgeist liefen wir dann fast dem Ziel entgegen, doch kurz vorher bogen wir noch einmal in einen Wald ab, der vom Boden her wunderbar weich war. Die orange Regenjacke kam nun immer näher. Er hatte wohl ein wenig Probleme seinen Speed zu halten und bei Kilometer 9 konnte ich ihn dann wieder einmal überholen. Ich hatte nun eigentlich erwartet, dass er an mir dran bleiben würde, aber zu meiner Überraschung überholte mich nun der kleine Läufer mit dem gelben Laufshirt, der wohl noch ein wenig mehr Körner hatte als ich. Als wir nochmal auf die Zielstraße abbogen, machte der Jüchtlauf noch mal eine Kehrtwende und da man auf der gleichen Straßen weiter lief, sah ich dann nun auch die orange Jacke wieder, der etwa 30 Sekunden hinter mir war. Wir klatschten uns ab und ich erreichte das Ziel, wo Dieter mit einem alkoholfreien Bier auf mich wartete…

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Zufrieden und glücklich mit dem Bier danach…

Danach:

… und der Info, dass ich eine „unter 55 Minuten gelaufen. Super!“ Das glaubte ich erst, als ich auf meine Uhr blickte. Diese zeigte tatsächlich eine 54:28 nach 10 Kilometern an. Einfach eine super Zeit angesichts der Tatsache, dass ich die ganze Zeit leichte Schmerzen im Bein hatte. Zusammen mit Dieter schauten wir uns noch die Läufer an, die noch ins Ziel kamen. Aber nicht allzu lange, denn durch das herrliche Sommerwetter wurde es mir sehr schnell kalt und wir schauten, dass wir nach Hause kamen.

Der Jüchtlauf ist ein kleines, tolles Laufevent, dass perfekt organisiert war. Und dafür möchte ich mich beim Orga-Team recht herzlich bedanken. Bei Kilometer 3 und 6 waren sogar Verpflegungsstationen, die größere Laufveranstaltungen nicht hinbekommen. Ich werde im nächsten Jahr wieder mitmachen. Den Organisatoren wünsche ich im nächsten Jahr besseres Wetter.

10,1 Kilometer – 54:41 – Schnitt 5:27
10 Kilometer – 54:28
5 Kilometer – 26:42

So, die offiziellen Ergebnisse sind raus. Habe mir schon gedacht, dass bei so einem Sauwetter nur die an den Start gehen, die eh laufen gehen. Somit war es ein schneller Rennen. Bin mit meiner offiziellen 54:38 nur 153zigster von 233 geworden. Also 80 waren noch hinter mir. Dieter hat mit einer 50ziger Zeit nur Platz 120 belegt.

Es ist was passiert, es hat mich jemand fotografiert… Das Foto ist etwa bei Kilometer 5,5 entstanden. Links hinter mir verdeckt ist der Läufer mit dem gelben Laufshirt und vor mir, der mit der orangen Jacke.

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