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Donkenlauf in Moers

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Oliver und ich vor dem Lauf

Ich bin mir noch unschlüssig, ob ich diesen Lauf, der mich gestern zum ersten Mal im Wettkampf zu 15 Kilometern getrieben hat, gut oder schlecht finden soll. Auf der einen Seite muss man den Veranstalter fragen, warum er an einem möglichen Hochsommertag seinen Lauf schon um 16:10 Uhr startet und nicht vielleicht um 18 Uhr, wenn es kühler sein kann, auf der anderen Seite bin ich Stolz diesen Lauf trotz – gefühlten – 10 Kilometern durch die Sonne gepackt zu haben. Nach den fünfzehn war ich nur noch am Ende und bei der Getränkeausgabe habe ich dann nur schnell der Dame zu verstehen gegeben, dass sie mir schnell was geben solle, „Egal was“… In der anschließenden Nacht schlief ich vor Muskelkater kaum und bin völlig übermüdet um 7:15 Uhr wach geworden… So ist das eben. Man bekommt nichts geschenkt…

Vor dem Rennen

Machte mich um 14:45 Uhr auf zu meinen Arbeitskollegen Oliver, der in Moers wohnt und der mich Freitag vor 8 Tagen gefragt hatte, ob ich nicht Lust hätte, an einem „Donkenlauf“ bei ihm um die Ecke teilzunehmen. Der Haken: 15 Kilometer! „Naja, warum also nicht?“, der passte schließlich gut in meiner Vorbereitung zu meinem Halbmarathon am 1.September in Bochum. Der Lauf sollte selber nicht in Moers stattfinden, sondern im Nachbarort Neunkirchen-Vluyn – super, ich weiß jetzt, wie man das schreibt… -. Angekommen in einem Schulzentrum holten wir uns erst mal unsere Nummer ab und begaben uns dann zum Start- Zielbereich, wo einige Zelte mit Leckereien aufgebaut waren. Dort gab es alles für das Läuferherz: Bratwürste, Kuchen, Kaffee, Cola, Fanta… . Kuchen war zumindest gut für mich, denn so konnte ich mir wenigstens kurz vor dem Lauf ein Stück Zuckerkuchen kaufen um meine Vorräte noch ein wenig zu ergänzen. Der Start sollte auf dem angrenzenden Sportplatz stattfinden. Nach zwei sehr langsamen Runden zum Warmmachen stellte ich mich mich also an den Start. Und jeder Lauf ist anders: Dort war keine Matte zum drüberlaufen, hieß also, wenn der Start erfolgte, lief die Zeit, unabhängig davon wann man über die Startlinie lief.

Ich nahm mir für das Rennen vor bei 10 Kilometern eine 55-56 Minuten zu laufen und dann mal sehen, was ich noch drin hatte.

Das Rennen:

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der Donkenlauf

Ich möchte hier mal meine Bewunderung zum Ausdruck bringen für die Frau, die beim Start in einer langen Leggings und einem Baumwoll-Sweatshirt neben mir stand. Ich bin zwar ein Kämpfer, aber bis ich da bin, mich auch noch so kleiden zu müssen, dass ich noch mehr schwitze als normal, da braucht es noch lange. Der Countdown wurde vom Band heruntergezählt und los ging es nach 100 Metern aus dem Sportplatz heraus, links auf eine Straße und wieder rechts in die Felder. Ich hatte mich richtig einsortiert, musste niemanden überholen und lief ganz normal los. Oliver sah ich zu diesem frühen Zeitpunkt nicht mehr, denn er läuft eine andere Liga als ich und ist stets vor mit dabei. Als meine Uhr zum ersten Mal piepste, bekam ich einen Schreck: Ich war viel zu schnell unterwegs und … da stand eine 4:50 Minuten für den ersten Kilometer auf dem Display. So schnell war ich noch nie auf einem Kilometer unterwegs. Ob das mal gut war? Sicher nicht, denn ich musste ja 15 Kilometer zurücklegen und nicht 10 wie sonst. Ich nahm also zu diesen frühen Zeitpunkt – obwohl es mir gut ging – ein wenig Tempo weg. Der zweite Kilometer war dann nur noch eine 5:13. Gut gemacht, und ich lies mich nun  mit den anderen Läufern mittragen. Es ging über eine Brücke und immer mal wieder links und rechts herum, ab und zu frischte der Wind ganz gut auf und ich bekam einen ganz guten Gegenwind zu spüren. Bei Kilometer 3,5 stieß der 6 Kilometer-Lauf, der 10 Minuten nach uns gestartet wurde, für etwa 500 Metern zu uns – langsamen – 15-Kilometern-Läufern. Ich lies mich also von etlichen Sprintern überholen und dann kam der Wind mit dem großen Hammer… Nach dem schon zweiten (!) Verpflegungspunkt, den ich auslies, gab der Gegenwind noch mal alles. 100 Meter vor mir hatte sich eine kleine Gruppe gefunden, die im Windschatten laufen konnte, und ich? Ich war zu diesem Zeitpunkt alleine unterwegs, oder waren hinter mir welche? Egal, ich musste kämpfen um überhaupt noch vorwärts zu kommen und das hielt an, bis ich nach ca. 1 Kilometer wieder in einen Wald einlief. Da schaute ich dann auch wieder mal auf die Uhr. 31,55 Minuten bei 6 Kilometern, dass war schneller, als ich laufen wollte, doch immer wenn mal ein kurzes Stück Schatten kam fühlte ich mich nicht schlecht, also versuchte ich das Tempo von inzwischen 5:30 zu halten, was mir auch gut gelang. Den Gegenwind hatte ich nun hinter mir gelassen und bei Kilometer 8 kam dann das nächste Problem… Es war heiß geworden und die Strecke lag nun nur noch in der Sonne, von Bäumen und Schatten war keine Spur mehr, so nutzte ich die Verpflegungsstellen, die regelmäßig kamen, und auch 100 Meter vorher durch ein Schild angekündigt wurden – Kompliment, dass war gut! – als Erfrischung und schüttete mir das kalte Nass immer über meinen Kopf. Das tat immer wieder gut und ich empfand es als besser, als das ganze Wasser zu trinken. Die 10-Kilometer-Marke passierte ich etwa bei 54 Minuten und hatte dann ab Kilometer 13 Probleme mein Tempo zu halten, ich wurde ein wenig langsamer und musste der Sonne und dem Gegenwind Tribut zollen. Kurz vor der 14 Kilometer Marke ging es dann noch über die Brücke vom Anfang und ich erreichte wieder die Schule… Hörte noch irgendwas von: „Da kommt Marco Block vom ASC Düsseldorf“ und ich erreichte völlig erschöpft das Ziel mit einer offiziellen unglaublichen 1:23:05. Meine Uhr, die ich gestartet hatte, als ich über die Startlinie lief, zeigte eine 1:22:39 an.

Nach dem Rennen:

Ich solperte Richtung Getränke, als mir Oliver entgegen kam. Was er allerdings sagte, bekam ich nicht mit, denn ich … war so im Arsch, das könnt ihr Euch gar nicht vorstellen. Angekommen an der Getränkeausgabe murmelte ich etwas von… „Egal was“ setzte mich auf einen Bierkasten und war erst nach 10 Minuten wieder ansprechbar.

Fazit:

Auch dieser Lauf war im nachhinein betrachtet natürlich etwas besonderes für mich. Durch die Wälder ging es und er war sehr gut organisiert. Einziger Kritikpunkt: Der Veranstalter sollte sich mal überlegen, ob er den Lauf nicht etwas später anfangen lassen kann, wenn es Hochsommer-Tag gewesen wäre, hätten einige auf der Strecke Probleme mit dem Kreislauf bekommen.

15,1 Kilometer – 1:23:02
15 Kilometer – 1:22:39 (neuer Rekord)
10 Kilometer – 54:14
5 Kilometer – 26:25
1 Meile – 8:03 (neuer Rekord)
1 Kilometer – 4:50 (neuer Rekord)

Plazierung: Platz 102 von 149 – 1:23:05

Oliver hat mit einer 1:15.xx Platz 50 belegt.

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