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Mit Udo durch den Regen…

2011_11_03

neuer Rekord…

Es stimmt! Ich bin verrückt. Wie kann man es sonst erklären, dass ich mich um 9:30 Uhr an einem verregneten Samstag zum Laufen aufgemacht habe? Zu dem war es mit 7 Grad ungemütlich kalt. Vielleicht kann ich das damit erklären, dass ich dieses Wetter einfach liebe. Ich laufe gerne wenn es regnet und gegen die Kälte kann man sich ganz gut schützen. Also was solls? Ich musste einfach raus auf die Bahn. Wie sagte Antje beim Lauftreff vor 2 Wochen so schön? Bei diesem Wetter trennt sich die Spreu vom Weizen. So ist es! Bei solch einem „Schiet-Wetter“ sind nur wenig Läufer unterwegs. Und was auch nicht oft vorkommt, ich nahm mir mein IPhone mit und wollte unterwegs Musik hören. Hatte ich schon lange nicht mehr gemacht. Da dort nicht mehr meine Läuferlieder drauf waren, entschloss ich mich für Udo Lindenberg „Live unplugged“. Los ging es bei starkem Regen von den Rheinterassen in Richtung Theodor-Heuss-Brücke.

„Du spieltest Cello in jedem Saal, unserer Gegend ich saß immer in der ersten Reihe und ich fand dich so erregend“

Nein, „erregend“ ist das nicht gerade auf den ersten Metern, aber das Lied find ich ganz gut und es treibt mich zu einem schnellen Tempo an, dass ich aber nicht merke, da ich nicht auf die Uhr schaue. Es ist auch nicht mehr kalt, ich habe wohl die richtige Sachen gewählt.

„Du machst dein Ding. Egal was die ander’n labern. Was die Schwachmaten einem so raten das ist egal“

Udo hat Recht, ohne Zweifel. Ich renne in Richtung Theodor-Heuss-Brücke, hoch geht es auf die Brücke über den „Wendelaufgang“. Ich mache mein Ding, ich bin weitgehend alleine unterwegs. Hinten am Ende der Brücke sehe ich einen Läufer, ansonsten ist niemand unterwegs. In Niederkassel bei 2,5 km habe ich einen Schnitt von 5:45/km. Nicht schlecht. Aber halten kann ich das eh nicht.

„Gegen die Strömung, gegen den Wind laß sie doch labern, blöd wie sie sind. Gegen die Strömung, gegen den Wind.“

Udo hat zum ersten Mal nicht Recht. Es regnet zwar, aber Gegenwind habe ich nicht. Spontan entschliesse ich mich unten am Rhein in Niederkassel zu laufen. Mache ich sonst nicht, weil der Weg unten leicht abschüssig ist und ich dann immer Probleme mit der Hüfte bekomme. Egal, heute ist alles anders und da muss ich jetzt einfach mal durch. Bei Kilometer 4 renne ich unter der Oberkasseler Brücke durch. Ich habe den abschüssigen Weg gut überstanden und bin immer noch weit unter 6 Minuten den Kilometer unterwegs. Wow…!!! Mal sehen, wie lange noch. Und leider, denke ich mir, kommt gleich der Aufstieg zur Kniebrücke. Der ist lang und unerbittlich und ich habe schon fünf Kilometer in den Beinen…

„Reeperbahn – ich komm an, Du geile Meile, auf die ich kann. Reeperbahn – alles klar, Du alte Gangsterbraut, jetzt bin ich wieder da“

Stimmt, du Hamburger Jung… Du alte Gangsterbraut, ich war schon lange nicht mehr hier und jetzt bin ich wieder da. Der Anstieg ist lang, aber irgendwie bin ich heute gut drauf und „die geile Meile“ meistere ich überraschend gut…. Schnappe mir auf der Brücke zwei tiefe Schlücke aus meiner Verpflegung. Es geht mir beim Abstieg wieder gut…

Stefan Raab meldet sich: „Hallo, mein Name ist Jonny Kontroletti!“

Ja, ich kontrolliere mich zu sehens. Bin immer noch sehr schnell unterwegs, aber vorbei an der Altstadt zeigt mir meine Uhr zum ersten Mal, dass ich über „sechs“ laufe. Ich versuche, mein Tempo wieder anzuziehen. Die 5:50, die ich dann laufe, sind nach 7 Kilometern ganz schön hart… Vorbei an den Rheinterassen geht es zum letzten Gefecht. Meine Uhr ist unter den Bäumen der Rheinallee unzuverlässig und ich weiß nicht, wie schnell ich bin. Überall Pfützen. Meine Schuhe sind nass und quietschen bei jedem Schritt. Schön ist was anderes, aber geil ist es trotzdem.

„Wir rennen, rennen und rennen immer weiter. Sag mir wohin mir rennen!“

Max Herre bringt es mit Udo auf dem Punkt. Ja, wo renne ich eigentlich hin? Es wird eng mit meinen verbliebenen Körnern. In so einer Phase hilft es, wenn man sich kleine Ziele setzt. Dort vorne der Dönerwagen, danach die Kehre an der Theodor-Heuss-Brücke, dann zum Spielplatz und dann zum Fahrrad… Ich kann das Tempo ganz gut halten. Im Schnitt lege ich eine 5;55 Minuten/km hin.

Danke Udo für meinen neuen Rekord über 10 km: 59:00 Minuten!

10,96 km – 1:04:56
10 km – 59:00
5 km – 29:01

 

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